Zeitzeugenbericht Dr. Kurt Trampler

Auch in privaten Gesprächen hörte ich von Gröning oft und oft die entschiedene Feststellung, dass er die Verantwortung vor Gott trage, die „Heilung durch die rein göttliche Kraft“ nur an den Leidenden zu vollziehen, die zumindest des guten Willens sind, dem göttlichen Gesetz gemäß zu leben und jene von der Heilung auszuschließen, die nicht bereit sind, vom Bösen abzulassen. (…) Die Gegner Grönings haben diese Einstellung scharf angegriffen und die Gefahr daraus abgeleitet, dass jeder Kranke, der von Gröning nicht geheilt werde, sich nun als von Gott verstoßen fühlen und unter dieser seelischen Belastung noch schwerer leiden könne als zuvor. Gröning selbst lehnt diese Auslegung seiner Worte entschieden ab und bezeichnet sie als bewusst böswillig. Wer sich angewöhnt, Worte genau zu überlegen, kann aus Grönings Sätzen auch nichts anderes herauslesen, als das: dass er den Bösen, den Gotteslästerer, grundsätzlich von dem Empfang der Heilung ausschließt. Das heißt aber durchaus nicht, dass nun umgekehrt alle anderen auch tatsächlich geheilt werden. Es heißt nur, dass sie dazu zugelassen sind, die Heilung zu erbitten. Ob sie in jedem einzelnen Falle auch tatsächlich erfolgt, dafür gibt es noch eine Reihe von Kriterien, die außerhalb jedes Urteils über den Patienten liegen (…).(Quelle: Dr. Kurt Trampler, „Die große Umkehr, Heering Verlag, S. 72 bis 73)

Im Laufe einer (…) Unterhaltung über Gut und Böse brachte ich auch einmal die Frage der Willensfreiheit zur Sprache. Mit einer ganz besonders präzisen Entschiedenheit lehnte Gröning jede Beeinträchtigung der menschlichen Willensfreiheit ab. „Ich darf einem Menschen helfen, den Weg zum Guten zu finden, aber ich darf ihm die Entscheidung darüber weder abnehmen noch ihn etwa zum Guten zwingen. Es muss jeder seinen Weg selber finden.“ Gerade aus diesem Grunde, die menschliche Entscheidungsfreiheit nicht anzutasten, lehnt er „Suggestion und Hypnose als etwas Teuflisches“ ab. Quelle: Dr. Kurt Trampler, „Die große Umkehr, Heering Verlag, S. 76)