Vom Bösen lösen

Kapitel 17 von 120 aus dem Buch “Die Lehre Bruno Grönings – Aufruf zur Nachfolge Christi”

(1) Wenn hier viele Katholiken unter Ihnen sind, ist Ihnen das nicht unbekannt: Ehe Sie die heilige Kommunion empfangen, müssen Sie in den Beichtstuhl, wo ein Geistlicher ist, und diesem Geistlichen die Sünden beichten, all das, was Sie als Sünde empfunden haben, all das, was Sie Schlechtes getan oder auch nur gedacht haben. Und wenn Sie damit fertig sind, wird er immer wieder fragen: „Ist nicht noch etwas anderes, haben Sie nicht noch diese oder jene Sünde begangen?“ Er lässt nichts unversucht, Sie an Einzelheiten zu erinnern. Und dann, wenn Sie fertig sind, dann sagt er: „Zur Buße beten Sie dieses oder jenes Gebetchen“, oder was weiß ich, wie viel er als Buße auferlegt. Es kommt immer darauf an, wie viele Sünden Sie als kleiner Mensch, oder richtig gesagt, wie viele große Sünden Sie als kleiner Mensch begangen haben. Und wenn Sie diese Buße getan haben, so können Sie daraufhin die heilige Kommunion empfangen, aber nicht früher. Und Sie müssen nüchtern bleiben, das heißt, Sie dürfen vorher nichts gegessen haben. In meiner Heimat sind wir abends oder tags zuvor zur Beichte und am nächsten Tage zum Empfang der heiligen Kommunion gegangen, durften aber ab der zwölften Nachtstunde keine Nahrung aufnehmen, nicht einmal trinken, sondern mit einem ganz nüchternen Magen zur Kirche gehen, um die heilige Kommunion empfangen zu können. Und dann fühlte der Mensch sich wieder wie neu geboren, er war frisch, frei, er konnte wieder jedem Menschen in die Augen sehen und sagen: „Gott sei Dank, dass ich diese Sünde, dieses Laster wieder loswerde.“ Aber es gibt auch Menschen, die sich dies zur Gewohnheit machen. Ich kenne Menschen aus meiner Heimat, die tagtäglich dasselbe wiederholten. Es gibt auch Menschen, die nur wöchentlich einmal, monatlich einmal, auch im Jahr nur einmal gehen. Welche sind jetzt die besten? Ich sage nach wie vor: einmal – und das müsste genügen! Aber wer es nicht lassen kann …! Da der Mensch ja nur Mensch ist und leicht verführt wird, verführt zum Bösen, dann aber seine Sünden bekennt, sie bereut und die heilige Kommunion, das heißt die Heilung empfängt, der ist geheilt. Wenn er das Bestreben hat, ein guter Mensch zu bleiben, dann ist es gut, wenn nicht, dann muss er dasselbe wiederholen. Jetzt vergleichen Sie bitte das mit dieser Heilung. Sie müssen seelisch vorbereitet sein, denn all Ihr Leiden ist seelisch bedingt! (31.08.1950)

(2) Der Mensch muss, um das wahre Göttliche zu erhalten, seelisch darauf vorbereitet sein. Ich greife zurück. Wenn Sie die heilige Kommunion empfangen wollen, müssen Sie sich von all Ihren Sünden frei machen. Sie müssen zur Beichte gehen, Sie müssen dem Geistlichen Ihre Sünden beichten, all das Schlechte, was Sie im Leben begangen haben. Und er legt Ihnen eine Buße auf – genauso hier das Warten – und dann können Sie erst die heilige Kommunion empfangen. Ich weiß aber, wenn der eine oder andere nicht alle seine Sünden gebeichtet hat, so wird er unruhig. Und der Mensch verfällt dadurch in ein seelisches Leid. Es gibt ja auch Menschen, die sich sagen: „Wenn ich nicht anders kann, dann gehe ich eben jeden Tag zur Beichte und zur heiligen Kommunion, oder ich gehe alle Woche oder alle Monate.“ Viele beichten auch einmal im Jahr, denn es summiert sich doch (…), was der Mensch tatsächlich, ob er es wollte oder nicht, an schlechten Taten ausgeführt. Aber im Jahr einmal ist schon ganz schön, da macht er sich immer wieder frei von all diesem Schlechten, von all seinen Sünden. Genauso wie ein Haus, das jeder Witterung ausgesetzt ist, auch immer wieder aufgefrischt werden muss, um es zu erhalten. Die Kleidung genauso, die Wäsche, alles, was der Mensch sich auf dieser Erde geschaffen – er erneuert es, er erfrischt es, er versucht, es immer wieder neu, sauber zu erhalten. Aber an sich selbst, an seinen eigenen Körper, an sein Inneres hat er noch nicht gedacht. (…) Das ist das Äußere, aber das Innere, was da – runter ist, ist meistens nebensächlich. (…) Besser ist ja, wenn der Mensch sich von vornherein gleich sauber hält. Ich sage nach wie vor: Wie sich jeder bettet, so schläft er. Das Äußere macht es nicht, das Innere ist es. (19.09.1950)

(3) Machen Sie sich jetzt frei von all dem Schlechten, und nehmen Sie das Gute auf, das hier die Heilwelle ist, nicht die menschliche, sondern die göttliche. Machen Sie sich frei von all dem Schlechten, und fühlen Sie, was in und an Ihrem Körper vorgeht. Es ist nicht meine Schuld, wenn Sie nicht empfangen, es ist nicht meine Schuld, wenn Sie nicht gesund werden, es liegt an jedem Menschen selbst! Genauso wie ein Mensch noch unvorbereitet ist, wenn er die Absicht hat, die heilige Kommunion zu empfangen, und er hat nicht alle Sünden gebeichtet, so macht er sich selbst Vorwürfe. Wenn er den Mut aufbringt, so läuft er nochmals zur Kirche, um die Sünden, die er vergessen oder absichtlich nicht gebeichtet hat, noch zu bekennen. Er macht sich davon frei. Und hier muss er es auch! (31.08.1950)

(4) Wenn Sie glauben, dass Sie sich gereinigt, dass Sie das Schlechte abgeworfen haben, dann nehmen Sie das Gute auf. Das Gute geht nur da hinein, wo das Schlechte entfernt ist. Überlegen Sie: Das, was ich Ihnen gebe, sind praktische Beispiele, die Ihnen täglich vor Augen kommen – dann haben Sie alles. Wenn ein Bekleidungsstück schmutzig wird, muss es gereinigt werden; alles wird gereinigt, nur hat der Mensch nicht daran gedacht, sich selbst zu bereinigen. An alles hat er gedacht, alle Achtung! Der Mensch hat auf dieser Erde viel geschafft, nur an sich selbst hat er nicht gedacht. Das Äußere rein und sauber zur Ansicht, nur den Körper von außen, aber nicht von innen zu bereinigen. Dazu ist er noch nicht gekommen. Den Geist, den der Mensch hat, seinen Geist und sich von allem, was er sieht und hört, was schlecht ist, (…) frei zu machen, daran hat er noch nicht gedacht. (31.08.1950)

(5) Ganz ablassen müssen wir von dem Satanischen, wie es den Menschen bis heute schon mehr oder weniger in Fleisch und Blut übergegangen ist. (19.09.1950)

(6) Ich glaube, dass wir uns richtig verstanden haben, und ich glaube, dass Sie jetzt das Gute für sich beherzigen werden, denn das will aufgenommen werden. Nur dann findet die Aufnahme statt, wenn Sie sich wirklich vom Bösen endgültig lossagen. (03.10.1958)

(7) Ich habe mit dem Bösen nichts gemein! Und ich werde auch nicht mit denen in einen Bund treten, werde mit dem auch keinen Pakt abschließen – im Gegenteil! Und daher rate ich all meinen Mitmenschen immer wieder an, sich von dem Bösen zu lösen, so dass sie mit dem Bösen nichts mehr gemein haben. Dann ist gut! (05.10.1957)

(8) Wie viele Menschen es doch so abzutun wissen, indem sie von sich aus behaupteten und heute noch behaupten, sie seien ein gläubiger Mensch, sie beten, sie seien ein Christ, und sie haben immer geglaubt, und sie haben zu Gott gebetet, und Er hat sie nicht erhört, und sie sind von dem Übel nicht frei geworden. Nein, Freunde, Sie müssen sich von dem Übel abwenden! Sie dürfen sich niemals mit dem, das Sie als Übel empfinden, abgeben. Und dürfen sich auch nicht mit dem Übel abfinden, indem Sie gleichgültig werden, wie viele doch gleichgültig geworden sind: „Da ist nichts mehr zu machen, da ist nicht mehr zu helfen. Ich werde so langsam dahinsiechen, es kann mir kein Mensch mehr helfen.“ Er sagt nicht von sich aus, dass Gott ihm helfen kann, ihm helfen wird. Wenn er den ersten Schritt zu Gott tut, damit wird ihm geholfen. Er, der Mensch, muss sich Gott nähern, er muss den Weg gehen, den Christus uns an- und auch aufgezeigt hat. Wir müssen Ihm folgen; der Mensch muss alles dazu tun. Tun heißt, zur Tat übergehen; sich nicht nur mit eigenen Worten trösten oder womöglich mit Worten Ihrer Nächsten trösten lassen; und sich nur in einen Glauben versetzen, dass Sie von sich aus sagen, dass Sie glauben, aber dieses Wort „Glauben“ niemals in die Tat umsetzen. (04.12.1958)

(9) Vergessen Sie nicht, wenn Sie die Äpfel von einem Baum pflücken, so sind sie nicht alle gleich reif, genauso ist es bei Menschen. Der eine hat die Reife früher, der andere später. Und die Reife muss er erst haben, um empfangen zu können. Die Krankheit muss erst abgeladen werden, um für die Gesundheit Platz zu machen. Werfen Sie das Satanische ab und nehmen Sie, wenn Sie gut, glücklich und zufrieden leben wollen, das Göttliche an! (19.09.1950)

(10) Aber Ursache jeder Krankheit ist immer das Böse, das der Mensch aufgenommen hat und wenn Sie diese Unordnung beseitigen, müssen Sie in sich Ordnung schaffen. Sie müssen sich vom Bösen befreien; von jedem bösen Gedanken lossagen. Erst dann können Sie das Gute empfangen und die Ordnung kommt wieder zustande. Es ist nicht leicht, sich von etwas zu befreien, was jahrelang den Körper belastet hat. Aber wenn Sie wollen und davon in Ihrem tiefsten Innern überzeugt sind, so kann dies augenblicklich geschehen. Ich betone jedoch nochmals: Die Reinigung muss gründlich sein! Ich will Ihnen das an einem Gleichnis erklären: Angenommen, Sie wollen klares, reines Wasser in (ein) Gefäß gießen. Soll dieses Wasser rein bleiben, so muss auch das Gefäß rein sein. War in diesem vorher Milch und befindet sich auch nur noch ein Tropfen drin, so wird das ganze klare Wasser trübe. Also muss man den früheren Inhalt zuerst ausgießen, dann das Gefäß gründlich waschen und mit einem sauberen Tuch austrocknen, damit auch nicht der geringste Geruch an die alte Flüssigkeit erinnert und so die neue, kostbare verunreinigt und verdirbt. Sehen Sie, so gründlich müssen Sie das Böse aus Geist und Körper verbannen. Dann erst kommt die göttliche Kraft voll zur Wirkung und kann Ordnung schaffen. Seien Sie also noch aufmerksamer und noch strenger mit sich selbst! (Alfred Hosp, „Kräfte des Geistes“, Eigenverlag, S. 226)

(11) Sie können nichts empfangen, wenn ich Ihnen etwas in die Hand legen will und Sie haben die Hand voll, und das, was Sie drin haben, ist schlecht. Wenn Sie das nicht abgeben, kann ich Ihnen das Gute nicht geben, dann fällt es auf den Boden, und Sie haben es nicht erhalten. Es nützt auch nichts, wenn ich Ihnen dieses Geschenk, das zu erhalten Sie gekommen sind, die Gesundheit, (…) vermitteln will, und Sie haben das Alte, das Schlechte, die Krankheit nicht abgelegt. Sie sollen rein werden, Sie sollen gut werden! (22.09.1950)

(12) Ich ersuche Sie doch laufend, dass Sie jetzt baldmöglichst den guten Weg einschlagen und dass Sie die Treue erst mal zu sich selbst halten und dass Sie wirklich all das tun, was Sie sich selbst versprochen; und dass Sie auch an das glauben, was Sie für sich nötig haben; und dass Sie sich wirklich auch an das Versprechen halten, wenn Sie sich von dem Bösen lossagen, dass Sie sich mit dem Bösen, mit diesem Übel, nicht mehr vereinigen, sondern mit dem, was Sie wirklich zum Guten führt und was Ihnen auch gut tut. Damit Sie dieses Gute und die Güte Gottes in sich aufnehmen und dieses dann auch weitergeben können an Ihren Nächsten. (03.10.1958)

(13) Jetzt müssen Sie allem Bösen aus dem Wege gehen, Sie dürfen das Böse nicht mehr in sich aufnehmen, Sie müssen sich ein Fleckchen aussuchen, wo Sie die himmlische, die göttliche Ruhe wieder aufnehmen können, so dass dadurch dann die Ordnung in Ihrem Körper zustandekommt. Sie müssen Ihrem Körper Beachtung schenken, Sie dürfen sich nicht mehr mit dem Bösen verbinden, vorerst von dem lossagen, wie Sie sich auch losgesagt, indem Sie sagten: „Hier habe ich ein Kämmerlein, hier bleibe ich, hier stört mich keiner!“ Und da nehmen Sie alles auf, und da nehmen Sie auch die Kraft auf, so dass hier die Störung aus dem Körper beseitigt wird. (05.10.1958)

(14) Das Böse wird sich zur Wehr setzen. Das Böse wird immer alles dazu tun, damit es nicht beseitigt wird; und das Böse ist so hinterlistig und weiß sich überall ein- und anzuschleichen. (04.12.1958)

(15) Ihr wart ja alle nicht so rein, und die meisten waren überhaupt nicht rein, sie waren nur unrein. Und ich habe sie von dem Unreinen so weit befreit, dass sie heute rein sein können. Gott geb’s, und Gott gibt’s, dass der Mensch auch immer zur Reinheit stehen kann. Es fragt sich nur, ob der Mensch es will. (26.12.1958)

(16) Letzten Endes haben Sie auch in dem Glauben gelebt, es käme hier auf den Gröning an. Nein, es kommt auf Sie selbst an, es kommt auf jeden Einzelnen an, (…) auf Sie, auf Ihre Nächsten, gleich, wer es sein mag. Wie Sie zum Guten eingestellt, wie Sie bereit sind, das Gute in sich aufzunehmen. Und ob und inwieweit Sie fest zu Ihrem Wort stehen, das Sie sich selbst geben, indem Sie sich selbst sagen: „Ich will ab sofort mit dem Bösen nichts gemein haben. Und ich will und ich werde an das Gute glauben, alleine schon deshalb, weil ich es nötig habe und vor allen Dingen sehr nötig habe auch für meinen Körper.“ Also muss der Mensch sich an dieses sein gegebenes Wort halten. Er selbst ist so geschaffen, dass er die göttliche Sendung empfangen kann. Meine lieben Freunde, wenn Ihnen dieses alles nicht genügen sollte, dann nehmen Sie die Bibel zur Hand, nehmen Sie die Heilige Schrift. Studieren Sie sie nicht nur; nicht nur, dass Sie sie in Ihrem Hirn aufnehmen, nein, beherzigen Sie das Gute, beherzigen Sie das, was Sie daraus als gut schon empfinden. So Sie es bejahen, sind Sie schon auf dem rechten Weg. (04.12.1958)

(17) Willst du das Glück dir erringen, dann musst du das Böse bezwingen. (handschriftlich)