„Seien Sie nicht leichtgläubig! Überzeugen Sie sich!“

Kapitel 12 von 120 aus dem Buch “Die Lehre Bruno Grönings – Aufruf zur Nachfolge Christi”

(1) Seien Sie bitte, bitte nicht leichtgläubig! Auch heute sage ich wie immer: Sie brauchen das nicht zu glauben, was ich sage! Ich verlange es ja nicht. Eine Pflicht, die Sie haben: sich selbst von dem zu überzeugen! So Sie überzeugt sind von sich selbst, dass Sie sich auch an sich, das heißt an Ihrem Körper überzeugen – dies geschieht erst dann, wenn Sie ihm Beachtung schenken. Dann werden Sie Wahres erfahren, und dann werden Sie glauben. Dann sind Sie kein Leichtgläubiger, sondern ein Überzeugter. (05.10.1958)

(2) Da will ich Sie hinhaben, Freunde, dass Sie gotthörig werden, dass Sie von Ihrer Leichtgläubigkeit abkommen, dass Sie nicht jeden Hokuspokus glauben und dass Sie nicht mehr in Versuchungen verfallen, denn dieses wird Ihnen immer zum Übel werden. Ich versuche ja auch nicht, ich ersuche Sie doch, dass Sie das Gute wieder annehmen. Ich rufe Sie zur Ordnung! Ich will, dass Sie ein gesundes, ein gutes Leben führen, so ein Leben führen, wie Gott es bestimmt hat, und dass Sie sich mit dem Unhold, mit dem Bösen nicht mehr abgeben, auch nicht abfinden mit ihm, ihn ja nicht mehr dulden, nein, ihn von sich weisen! Wenn Sie das alles tun, da sind Sie überzeugt, dann ist alles anders, viel schöner. Da beginnt erst das Leben, das heißt, da beginnt erst Gott in dem Menschen zu wirken. (05.10.1958)

(3) Wie notwendig es ist, dass man Ihnen immer wieder nur die Wahrheit sagt, nur das sagt, was Sie an Wahrheit auch selbst erfahren können. Nur müssen Sie dazu übergehen, sich davon zu überzeugen! Ich will nicht, dass auch nur ein einziger, der meinem Freundeskreis heute schon angehört, immer noch zu den Leichtgläubigen zählt. Er soll nicht ein Leichtgläubiger sein! Er hat die Pflicht, wie auch ich selbst, sich von allem zu überzeugen. Und dieses kann er am ehesten tun, wenn er von sich selbst überzeugt ist. Dann wird er auch von Gott überzeugt sein, zu dem er, der Mensch, gehört. (04.12.1958)

(4) Wer wirklich folgt, der wird überzeugt. Vorerst wird er überzeugt von dem, was er selbst ist, und er wird zu dieser Erkenntnis kommen, wozu Gott ihn geschaffen und ihm hier ein Erdenleben geschenkt hat. Er wird sich seines Hierseins, seines Erdenlebens bewusst sein, und er wird weiter dem folgen, dem letzten Endes alle zu folgen haben, zu guter Letzt doch auch alle folgen werden, soweit sie sich nicht ganz dem Bösen verschrieben, soweit sie nicht ganz dem Bösen verfallen sind, soweit sie nicht ganz fest in den Klauen des Bösen leben, soweit sie nicht schon zum Diener des Satans geworden sind. Aber alle, die zwischen Gut und Böse leben, die haben noch die Chance; diese Chance sollten sie nützen. (…) Im Leben steckt so viel. Jeder müsste diese vielen Lebenserfahrungen gemacht haben. Er müsste ein so großes Erkenntnisgut besitzen, dass er von sich aus sagen kann: „Ich habe diese und jene Erfahrung gesammelt, ich habe mich von diesem und jenem überzeugt. Ich bin überzeugt.“ Überzeugung beginnt immer an dem Menschen selbst; so er von sich erst überzeugt ist, dann ist er schon von Gott überzeugt. (26.12.1958)

(5) Ich beeinflusse keinen! Ich dränge niemandem etwas auf, ich stelle jedem Menschen alles frei und rate ihm immer wieder an, sich erst von allem zu überzeugen. Überzeugen, sage ich wieder einmal, ich kann es nicht oft genug sagen, wenn der Mensch von sich selbst überzeugt ist, überzeugen beginnt bei ihm selbst, das ist der Anfang. (26.12.1958)

(6) Ich bin nicht einer von denen, die leichtgläubig sind. Das will ich von Ihnen auch nicht haben. Sie sollen auch nicht das glauben, was ich Ihnen sage, aber ich überzeuge mich. Überzeugen Sie sich auch? (05.10.1958)

(7) Ich weiß, dass Sie im alltäglichen Leben stehen. Ich weiß, dass Sie in diesem Alltäglichen Gewohnheiten in sich aufgenommen haben. Ich weiß, dass Sie von Menschen, die eines älteren Jahrganges waren, verkehrt belehrt (wurden), deshalb, weil auch sie einer Macht, der Macht der Gewohnheit, verfallen sind: Menschen ohne Überzeugung, Menschen, die Ihnen wirklich nur ihre Meinung aufsuggeriert haben, ohne Überzeugung. Sie selbst sind bis zu diesem Tage, wo Sie hier im Freundeskreis Aufnahme ge – funden haben, auch ohne Überzeugung gewesen. Auch Sie selbst haben alles Mögliche angestellt, um hier Ihre Gewohnheit den engsten Freunden dieses Freundeskreises aufzusuggerieren. (…) Nichts wissen Sie von Gott, obwohl Sie sich in den Glauben versetzen, Sie seien ein gläubiger Mensch. Aber das Wort „Glauben“ ist Ihnen auch geläufig geworden, (…) kommt auch von dieser Macht, von dieser Macht der Gewohnheit: „Ich glaube“, ohne zu überprüfen, ob das der wirklich wahre Glaube ist, ob der Mensch wirklich an das glaubt, was er selbst in Wirklichkeit, in Wahrheit ist, ob der Mensch wirklich überzeugt ist von dem, was er ist und wozu Gott ihn bestimmt hat. (05.10.1958)

(8) Es soll jeder Mensch sich tatsächlich von dem überzeugen, was wirklich da ist, denn Sie können sich tatsächlich nicht auf einen anderen verlassen. Also, man soll sich nicht verlocken lassen, sondern man soll den geraden Weg gehen. (01.09.1950)

(9) Ihr sollt nicht nachschwatzen, ihr sollt nicht nachreden, was andere vorgeredet, ihr sollt nicht das schreiben, was andere euch vorgeschrieben haben, ihr sollt nie das tun, was andere Menschen euch empfehlen, euch anraten, indem sie euch nur ihre Meinung aufsuggerieren, und dass ihr nach all diesen Meinungen eben lebt und strebt und womöglich euch hernach zu guter Letzt, wie es auch zum Teil schon gewesen ist, in den Glauben versetzt, ihr müsst das alles so tun. (26.12.1958)

(10) Nicht verhandeln, nicht Ihre Meinung (…) zum Ausdruck bringen, sondern Ihre Überzeugung. Ich habe keine Meinung, sondern nur eine Überzeugung. Und so haben auch Sie eine Pflicht, sich selbst von dem zu überzeugen, erst was Sie sind, wer Sie sind, und dass Sie sich weiter von dem überzeugen, was Gott für Sie, für uns alle, für alle Lebewesen auf dieser Seiner Erde geschaffen hat. Das ist Ihre Pflicht! (03.10.1958)

(11) Jeder soll sein Augenmerk darauf lenken, sich nicht von Menschen, die um uns leben, beeinflussen zu lassen, die doch nur all das von sich geben, was sie in sich tragen, ob gesprochen oder geschrieben oder das, was sie tun, sondern dass jeder sich von dem zu überzeugen hat, wovon und von wem gerade die Rede ist, von dem gesprochen wird. Denn niemand kann einen seiner Nächsten verteidigen, wenn er ihn nicht kennt, wenn er ihn nicht durchschaut, wenn er von ihm nicht überzeugt ist, ob im posi – tiven, genauso aber auch im negativen Sinne. (…) Entweder kann er ihn vertreten, oder er kann ihn zertreten. Zertreten dann, wenn er selbst zum Guten steht und denjenigen glaubt beurteilen zu können, um den es hier geht, ihn aber verurteilen muss aufgrund seiner Erfahrung, die er von und über ihn gemacht hat. Es kann auch umgekehrt sein, dass es einer von den engsten Freunden ist, der da glaubt, gut zu sein, und doch immer auf das Böse hört, dem Bösen leicht verfällt und dem folgt und nachredet, ohne sich von dem Guten noch von dem Bösen überzeugt zu haben. Man könnte sie Mitläufer nennen (…), die das sehr leicht annehmen, die sich leicht in den Einfluss des anderen nicht nur versetzen, sondern hingeben, dass sie dem hernach ganz ausge – liefert sind und dass sie von dem nachher nicht freikommen. Nein, jeder hat die Pflicht, wie auch ich selbst sie hier nur habe, mich von allem zu überzeugen. Und das ist das Wichtigste, (…) dass ihr euch immer, alles in allem, von dem überzeugt. Nicht fragen, nicht sagen, nicht klagen, sondern nur überzeugen. Nicht zertreten, sondern vertreten! Nicht verurteilen, sondern beurteilen! Wie gesagt, beurteilen kann ich nur dann – ob es ein Mensch ist oder wer es ist oder was es ist -, wenn ich den Menschen oder den Gegenstand, um den es geht, genauestens kenne. Dann kann ich ihn beurteilen. Wenn ich den Menschen nicht kenne oder den Gegenstand nicht kenne, ja, dann kann ich ihn sehr leicht, ob ich es will oder nicht, verurteilen aufgrund meiner Unkenntnis. Also, Kenntnisse muss der Mensch schon haben. Und hier liegt ja der wichtigste Kernpunkt überhaupt, dass man die Pflicht hat, sich von seinem Nächsten so zu überzeugen, damit man ihn durch all das, was er nicht nur an sich selbst getan, sondern an seinen Nächsten (…) leicht erkennen kann. (26.12.1958)

(12) Das Wichtigste ist, schweigen zu lernen, wer es noch nicht kann. In sich so viel aufspeichern, ansammeln lassen von Überzeugungen, dass er wirklich überzeugt ist, dann weiß auch er, dass Gott ihm so weit geholfen hat. Ich führe ihn nur, ich halte nur die Verbindung zu Gott, und er wird so viel von Gott empfangen. Und dass er sich wirklich von all dem überzeugen kann, was Gott ihm schon gegeben. Und dass er dann frei und offen zu jedem Menschen, zu der ganzen Menschheit danach sprechen kann, von dem er sich selbst überzeugt hat. (26.12.1958)

(13) Und das, was ich bin, wozu ich hier bestimmt bin, das will ich den engsten Freunden mit auf den Weg geben, damit sie es übernehmen und all den weiteren Nachkömmlingen, all den weiteren Menschen, die noch auf dieser Erde auch ein Leben von Gott geschenkt erhalten, dass auch sie von dieser Lehre nicht was, sondern das erfahren, was für sie hier in diesem ihrem Erdenleben von Gott bestimmt ist. Aber solange das nicht richtig aufgenommen wird, solange der Mensch nicht das Richtige, die Reinheit, die Gottheit erfasst hat, solange wird dieses nicht möglich sein. Und daher soll er es von Grund auf nicht erlernen, sondern richtig er – fahren. Er soll die Erfahrungen selbst sammeln, er hat die Pflicht, sich selbst zu überzeugen. (26.12.1958)