Ohne Instinkt keine Führung

Kapitel 10 von 120 aus dem Buch “Die Lehre Bruno Grönings – Aufruf zur Nachfolge Christi”

(1) Der Mensch ist von Generation zu Generation anstatt besser schlechter geworden, das heißt, der Mensch hat seinen eigentlichen menschlichen Instinkt verloren. (01.09.1950)

(2) Den Menschen hat man abrutschen lassen, indem er den wahren, menschlichen Instinkt verloren hat; nicht erst gestern und heute, nein, Generation um Generation zurück, und nach und nach ist der Mensch so weit gekommen, wie er heute ist. Kurz gesagt, heute ist er so weit, dass er nicht weiterkann. (04.09.1950)

(3) Der Mensch denkt und Gott lenkt! Genauso kann ich das einem Menschen nicht vorwerfen, dass er falsch denkt, denn ich sehe nur ein kleines, winziges Menschenhirn, nicht mehr. Und dass er damit nicht weit denken kann, ist mir klar. Aber dafür hat der Mensch einen Instinkt bekommen, den hat er im Laufe der Jahre (jedoch) verloren, den will ich ihm wiedergeben, und mit diesem ist es mir möglich, den Menschen wieder auf den wahren, göttlichen Weg zu führen. (31.08.1950)

(4) Der Mensch ist heute so weit abgesackt und abgewrackt, dass er noch vom Tier lernen kann. Tiere beobachten! Das Tier mit seinem Instinkt, da kann der Mensch noch lernen. Wie auf Kommando geht es, wenn irgendwo Gefahr droht. Aber beim Menschen nicht, der lässt sich schieben, die laufen auf einen Haufen zusammen, und dann ist die Gefahr da. Das werden Sie beim Tier nicht erleben. Da bitte ich Sie, selbst einmal darüber nachzudenken. (04.09.1950)

(5) Welcher Mensch hat noch den menschlichen Instinkt in sich? Die meisten Menschen lassen sich schon von Menschen führen, sie können ja ihrem eigentlichen Instinkt nicht mehr nachgehen. Das Tier steht heute weit über dem Menschen. Warum? Weil es seinen tierischen Instinkt behalten hat. Es gibt auch Tiere, wie Haustiere, die tatsächlich vom Menschen ver – zogen sind, sie werden auch langsam Menschen und befolgen, was der Mensch von ihnen verlangt. Ein Tier muss Tier bleiben! Ein Tier wird niemals Gefahr laufen, wenn es nicht von seinem Herrn verhindert wird. Wenn zum Beispiel ein Hund allein über die Straße läuft, wird er nie unter ein Fahrzeug geraten, wenn sein Herr ihn laufen lässt. Wird er aber zurückgerufen, so wird er irre, wird überfahren, was nie geschehen wäre, wenn sein Herr ihn nicht gerufen hätte. Vom Tier kann der Mensch noch lernen! (…) Es kommen immer wieder Menschen, die nichts unversucht lassen und sagen: „Herr Gröning, das müssen Sie so tun, jenes müssen Sie anders tun!“ Wenn ich mir dies alles anhören würde und wenn ich dieses alles befolgen würde, so könnte ich überhaupt nichts mehr. Richtig handle ich, wenn ich mich von einem Menschen nicht beeinflussen lasse, dass ich den Weg gehe, den ich zu gehen gedenke. Denn von einem Menschen sich lenken zu lassen, wäre verkehrt. Ich lasse mich auch lenken, lenken von der göttlichen Kraft. (22.09.1950)