Gebot der Nächstenliebe

Kapitel 20 von 120 aus dem Buch “Die Lehre Bruno Grönings – Aufruf zur Nachfolge Christi”

(1) Wer Gott liebt, hilft den Menschen. (handschriftlich)

(2) Der Mensch ist ein Geschöpf der Liebe. Was in der Liebe geschaffen, kann nur in der Liebe leben. (Liebe ist Gott.) Was du liebst, musst du dir erhalten. (handschriftlich)

(3) Liebe dich, dann deinen Nächsten. Kein Leben ohne Liebe. (handschriftlich)

(4) Gibt es einen Grundsatz, nach dem man sein ganzes Leben richten kann? Ja – die Nächstenliebe! (handschriftlich)

(5) Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst. (handschriftlich)

(6) Der Mensch darf nicht vom, sondern für den Menschen leben. (handschriftlich)

(7) Sie sollen wissen, dass Sie zusammengehören. Sie sollen Ihren Nächsten lieben wie sich selbst. Das ist mein Wunsch, das ist mein Wille, dass dieses geschieht. Sowie dieses geschieht, dass die Menschen wieder zusammenfinden, so wird diesen allen die Möglichkeit der Hilfe zuteilwerden. (27.08.1949)

(8) Das ist das Wunderbarste, das ist die größte Stärkung und das Schönste und Größte, was man einem Menschen schenken kann: das Vertrauen, der Glaube. Kein irdisches Gut steht höher (…). (26.12.1958)

(9) Sie sollen Mensch zu Menschen sein. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Nicht gehässig sein, nicht falsch, niemandem etwas Schlechtes antun, Sie sollen alle gut sein, gut untereinander. Sie sollen wissen, dass Sie zusammengehören, ob arm oder reich. (27.08.1949)

(10) Das kann man schon als Mensch tun: seinen Mit – menschen, vorerst den nächsten, zu helfen. Wenn es jeder tut, dann ist ja wieder der Friede auf Erden. Und wenn ein Land, das heißt ein Mensch oder hier eine Nation der anderen gegenüber nicht gehässig ist, dann haben wir auch den Frieden auf Erden. Und das ist alles, das ist viel, da brauchen Sie nicht in Zank und Streit leben, der zuletzt zu einer Schlägerei ausartet, Schlägerei im Kleinen und Krieg im Großen. (19.09.1950)

(11) Die Gehässigkeit kommt ja von dem einzelnen Menschen, indem er das nicht einmal leidet oder duldet, dass es seinem Mitmenschen besser geht. Er gönnt ihm, wie der Mensch immer sagt, nicht das Auge im Kopf. Das muss aufhören, das soll besser werden. Liebet euren Nächsten – ich sage nach wie vor – mehr als euch selbst! Mir ist ein Mitmensch immer lieber, ich selbst vergesse mich, ich denke nicht an mein Leben, ich denke an das Leben meiner Mitmenschen. (01.09.1949)

(12) Mein Grundsatz ist der: das Volk soll erkennen, dass wir Menschen unter uns die Pflicht haben, uns gegenseitig zu helfen. (Datum unbekannt)

(13) Liebe Freunde, so Sie Gutes nicht nur an sich selbst, sondern schon an Ihren Nächsten tun, das ist ein wirklich wahrer Gottesdienst. Dann werden Sie auch den Lohn Gottes empfangen. Glauben Sie es mir. Nicht herzlos sein, sondern nehmen Sie viel Gutes, nehmen Sie die Liebe Gottes in sich auf, dann sind auch Sie ein anderer. Dann haben Sie keine Sorgen und Nöte, im Gegenteil: dann sind Sie ein lebensfroh bejahender Mensch. Sie zählen sich dann zu den glücklichsten Menschen (…). Wie glücklich ist der eine und der andere, wenn er hier und dort mal einem Menschen das Leben gerettet, wie man sagt, als Lebens – retter ausgezeichnet wird. Was für ein glückstrahlendes Gefühl hat dieser Mensch zeit seines Lebens in sich. (…) Wer schon einem geholfen hat, auch dem Allernächsten, ich frage Sie, war das kein Glücksgefühl für Sie? Wenn Sie (ihm) nur eine Bleibe verschafft (haben), wenn Sie nur einen Stuhl gegeben oder das, was er sich nicht kaufen konnte, wenn es ein Bett war oder (…) ein Bekleidungsstück, es war doch ein Glücksgefühl! (…) Aber um wie viel wäre es schöner und um wie viel wäre es größer, ich meine hier das Glücksgefühl, wenn Sie mehr haben und mehr geben können. Und noch größeres Glück wird über Sie kommen, wenn Sie mit ihrem Nächsten teilen. (…) All diese kalten Herzen, liebe Freunde, müssen ja wieder erwärmt werden. Man muss seinem Nächsten sagen, dass wir alle das gleiche Geschöpf sind, wir alle nur von einem geschaffen sind, wir wirklich alle nur einen einzigen Gott haben, zu dem wir gehören und dem wir zu folgen haben. Der Mensch ist (…) lieblos geworden. Und gerade des – wegen habe ich kurz den Krieg erwähnt, der die Not und das Elend herbeigebracht. Die Menschen sind erkaltet. Sie sind brutal geworden. Sie gehen, wie sie oft so sagen (…) über Leichen. Gott verlässt keine Menschen, nur haben Menschen Gott selbst verlassen! (…) Und daher sind sie lieblos geworden. Daher sind sie erkaltet. Daher haben sie so ein kaltes Herz. Sie haben weder das Empfinden noch das Gefühl für ihre Nächsten. (…) Die Not und das Elend ist heute am größten. Und jetzt kommt Gott und ruft sie. Er ruft sie zurück, er ermahnt sie zum Guten. Ja, er mahnt sie (…) das Liebevolle, das er jedem geboten hat, jetzt in sich aufzunehmen, (…). (06.10.1958)

(14) Helfen ist Liebe. (handschriftlich)

(15) Ich würde es begrüßen, wenn Sie sich restlos zur Ver – fügung stellten, damit Menschen geholfen und geheilt werden können. Dann hat das Elend nicht nur eines Volkes, sondern aller Völker, aller Menschen, mal ein Ende. (27.08.1949)

(16) Nichts ist zu schwer für den, der liebt. (handschriftlich)