Der freie Wille des Menschen

Kapitel 15 von 120 aus dem Buch “Die Lehre Bruno Grönings – Aufruf zur Nachfolge Christi”

(1) Diesen Willen hat Gott Ihnen belassen – einen freien Willen -, Sie können selbst entscheiden. Aber haben Sie jetzt den Willen! So dieser Ihr Wille gleich gut abgestimmt ist mit dem göttlichen, mit dem Willen Gottes, dann sind Sie schon auf dem richtigen Weg. (04.12.1958)

(2) Will der Mensch gut, so hilft ihm Gott; will er bös, so hilft ihm Satan! (handschriftlich)

(3) Der Mensch handelt nach seinem Willen. Wie der Wille, so der Gedanke. Der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat. (handschriftlich)

(4) Der Wille im Leben ist in allem die Voraussetzung. (handschriftlich)

(5) Ich bin, was ich will, nicht umgekehrt. (handschriftlich)

(6) Ein Denkfauler ist weiter nichts als nur – Sie würden sagen – ein energieloser Mensch. Ich würde deutlicher sagen: Er ist ein willensschwacher wie lust- und liebloser Mensch, alleine schon deshalb, weil er nach seiner eigenen Bildung durch sein Milieu, aus dem er hervorgegangen ist, nur für all die Dinge Verständnis aufbringt, wie er sich sehr gut auf seine Art und Weise durch das Leben schlängelt. Leider trifft dieses deshalb bei den meisten Menschen zu. (handschriftlich)

(7) Eltern sagen: „Das Kind muss gehorchen, das Kind hat das zu tun, was ich bestimme, wie es hier bei uns in der Hausordnung ist. Das Kind muss so sein, wie ich es will, das Kind muss so werden, wie ich es will“, (…). Ja, das sind die leiblichen, das sind die irdischen Eltern. Oh, die verlangen sehr viel, die sind sehr hart und zum Teil daneben noch sehr ungerecht. Und jetzt, wie ist Gott zu uns? Gott, der unser Vater ist, hat uns so vieles mitgegeben. Wir hatten alles in uns. Ich habe es noch, ich habe mich um das Natürliche, um das Göttliche nicht bringen lassen. Deswegen gehorche ich keinem, deswegen höre ich auch auf keinen Menschen. Aber Gott hat es jedem Kind schon beigegeben, das ist das, was ich zuvor sagte, das brauchen Sie dem Kind gar nicht zu sagen. Die Eltern haben es darum gebracht und haben es nur umerzogen. Glauben Sie, liebe Freunde, dass es Gott selbst nicht weh tut, dass der Mensch um seinen Willen gebracht, den Gott jedem Menschen gegeben hat? Und Gott will keinen Menschen, keines Seiner Lebewesen, um seinen Willen bringen. Aber die Eltern, die haben es getan. Ihre Eltern haben es an Ihnen getan, Sie haben es übernommen – menschenhörig -, Sie haben das Ihren Kindern wieder übertragen. Und Ihre Kinder werden das wieder ihren Kindern übertragen, und so führt das weiter von Generation zu Generation. (05.10.1958)

(8) Will der Mensch nicht frei sein? Aber er wurde ja von vornherein um diese seine Freiheit, die Gott ihm gegeben hat, gebracht, von Menschen, die unwissend sind, die nur in dem Glauben lebten, dieses, das und jenes müsste so sein, er hat sich danach zu fügen. Da ist er menschenhörig geworden, und daher konnte er nicht mehr auf das hören, was Gott ihm zu sagen hat. Und daher stand er auch nicht mehr in der göttlichen Führung. Da wurde er schutzlos. Da wurde er rechtlos. Bestimmt wurde er viel des Guten los. (handschriftlich)