Ablauf der Gemeinschaftsstunden

Vorab sei erwähnt, dass jeder, bevor er eine Gemeinschaftsstunde besucht, zumindest eine kurze Einführung in die Lehre Bruno Grönings erhalten sollte, um Missverständnissen vorzubeugen. Zudem sollte der Interessierte erfahren, was man bei so einer Zusammenkunft zu beachten hat, damit sie ohne Störungen durchgeführt werden kann.

Gerne können Sie sich unsere “Kurzeinführung in Bruno Grönings Lehre” hier als pdf herunterladen:
Kurzeinführung als pdf

Bruno Gröning hat nach unserem Wissen keine Angaben darüber gemacht, in welchen Zeitabständen Gemeinschaftsstunden sinnvollerweise abgehalten werden sollten. Häufig wird ein dreiwöchiger Rhythmus gewählt. Aber auch jede Woche oder einmal im Monat finden Gemeinschaftsstunden statt.

Das Wort Gemeinschaftsstunde ist übrigens etwas verwirrend, weil es in den seltensten Fällen bei einer Stunde bleibt. Manchmal ziehen sich solche Zusammenkünfte bis zu vier Stunden hin. Nach unserer Überzeugung ist es sinnvoll, zumindest alle vier Wochen den Menschen die Möglichkeit eines solchen Treffens zu geben. Vor allem für Heilungssuchende, die dringend Hilfe benötigen, sollte der Abstand nicht zu lange sein. Die Dauer einer Gemeinschaftszusammenkunft sollte jeder Gemeinschaftsleiter individuell nach seinem Gefühl gestalten. Wichtig erscheint uns, dass man sehr genau beobachtet, inwieweit die Aufnahmefähigkeit der einzelnen Personen noch gewährleistet ist.

Bruno Gröning wollte nachweislich allzu große Gemeinschaften verhindern. Auf einem Tonband gibt es diesbezüglich folgenden Beleg:
„Deswegen sage ich überall: den Kreis oder die Gemeinschaft klein halten, nicht groß.“ (Datum unbekannt)
Er berichtete auf dem Tonband weiter, dass es in München eine Gemeinschaft mit weit über 600 Personen gäbe.
Eine Frau erwähnt daraufhin: „Das geht dann in das Öffentliche, nicht?“
Bruno Gröning antwortet: „Ja, und das ist das, was ich nicht will!“ (Datum unbekannt)
Mittlerweile ist man dazu übergegangen gleich mehrere Gemeinschaften in einer Stadt oder Gemeinde zu bilden, um Massenansammlungen entgegenzuwirken.

Die Gestaltung einer solchen Gemeinschaft obliegt dem jeweiligen Leiter. Empfehlenswert ist nach einer Begrüßung etwas Musik abspielen zu lassen. Die Anwesenden haben so die Möglichkeit, sich vom Alltag und von negativen Gedanken zu lösen (Gedanken an Krankheiten, Sorgen usw.). Bruno Gröning betonte immer wieder, wie wichtig dies ist. Er selbst hat auf einigen Tonbändern vor seinem Vortrag Musik platziert. Hierbei handelte es sich grundsätzlich um klassische Musik. Entspannungs- oder Meditationsmusik bietet in der heutigen Zeit diesbezüglich auch ein interessantes Angebot.

Anschließend, so die Möglichkeit besteht, empfehlen wir, eventuell nach einer Einleitung des Gemeinschaftsleiters, Bruno Gröning mit Originalstimme von CD abspielen zu lassen. Nach ca. 20-30 Minuten könnte der Gemeinschaftsleiter auf das Bezug nehmen, was Bruno Gröning sagte, um eigene Erfahrungen mit einflechten zu lassen oder Gedankengänge zu vertiefen. Sollten keine CD`s vorhanden sein, so könnte man Auszüge aus einem schriftlich fixierten Vortrag Bruno Grönings vorlesen. Besucher der Gemeinschaft könnten ebenfalls, so hat es auch Bruno Gröning gemacht, Erfahrungen mit seiner Lehre und Überzeugungen weitergeben. Eine Abschlussmusik würde eine gute Möglichkeit bieten, in aller Stille für andere zu bitten. Es gibt keinen Hinweis, dass Bruno Gröning lautes Beten bevorzugte. Im Gegenteil sogar!

Außerdem riet Bruno Gröning nach der Gemeinschaftsstunde nicht gleich den Raum zu verlassen:
„Ich bitte Sie (…) nicht gleich Ihre Plätze zu verlassen, sondern horchen Sie mehr in sich hinein, und so nach und nach verlassen Sie diesen Raum.“ (31.08.1950)
„Ich bitte Sie, nicht auf einmal alle die Treppe hinunterzustürmen, bleiben Sie noch eine Weile sitzen (…). Nehmen Sie so viel mit, so viel Sie mitnehmen können, denn gerade jetzt zum Schluss ist es meistens so, dass Sie (…), wenn Sie es richtig erfasst haben, dann auch empfangen und tatsächlich wieder gesund werden.“ (01.09.1950)
„Nicht unterhalten, immer schön ruhig sein.“ (05.09.1950)
„Ich bitte Sie, hier noch ein paar Minuten zu verbleiben. (…) Horchen Sie diese paar Minuten noch in sich hinein.“ (23.09.1950)

Unsere Empfehlung ist, dass man die Anwesenden bittet, nach einer Abschlussmusik, jeder wie er möchte, leise den Raum zu verlassen, damit andere nicht gestört werden, die noch einige Minuten die Stille genießen wollen.