
Die regelmäßige Aufnahme der göttlichen Kraft war für Bruno Gröning eine der wichtigsten Voraussetzungen, um auf geistigem Weg eine Heilung erleben zu können. Er bezeichnete die Kraft Gottes auch als Heilstrom und erklärte: „Jeder dieser abgebauten Körper weist einen großen Energiemangel auf. (...) Je größer der Verlust an Energien ist, desto länger oder öfter bedarf es einer Wiederaufladung, bis der Körper soviel an Energien aufweist, dass er wieder einsatzfähig ist. (handschriftlich) „Ein Mensch, der nervös ist, sage ich, der ist energielos, der ist um die Kraft, um die eigene Körperkraft gebracht worden.“ (05.10.1958) „Der Energieverschleiß ist sehr groß, (...) und daher muss er (der Mensch) erst recht dafür sorgen, dass er täglich neue Energien aufnimmt. (...) Denken sie täglich an Ihren Körper. Nehmen sie täglich neue, d.h. gute Kraft auf. (...) Und dann werden sie hernach sagen, so sie genügend Kraft aufgenommen: Jetzt fühle ich mich wohl, jetzt fühle ich mich frei. Ja, um das Böse (Krankheit) zu beseitigen, Freunde, dazu braucht man viel, sogar sehr viel gute Kraft, (...). Und dieses wird nur da dann möglich sein, so er (der Mensch) sich auf die wirklich wahre göttliche Sendung einzustellen und einzuschalten weiß. Also, die Sendung Gottes können wir, kann jeder in sich aufnehmen.“ (Datum unbekannt)
Die Menschen, die nach der Anweisung Bruno Grönings diese Kraft in sich aufnahmen, berichteten häufig, dass sie ein Kribbeln und ein starkes Wärmegefühl in ihrem Körper verspürten. Viele beschrieben dieses Körpergefühl auch als sanften, angenehmen Strom, der den Körper durchflutete, oftmals verbunden mit einem angenehmen Gefühl von Ruhe und Leichtigkeit. Auch heute noch werden diese Phänomene von Menschen beschrieben, die sich, durch die Lehre Bruno Grönings angeregt, der Kraft Gottes öffnen. Die göttliche Kraft sucht ganz von selbst die Stellen auf, an denen sie wirken muss.
Bruno Gröning lehrte, dass der Mensch bei der Aufnahme der göttlichen Kraft nicht die Arme und Beine überkreuzen sollte, da dies das Eindringen des Heilstromes behindere. Die Hände sollten wie geöffnete Blütenkelche auf die Oberschenkel gelegt werden. Optimal wäre außerdem, sich nicht mit dem Rücken an einem Stuhl oder Sessel anzulehnen. „Und jetzt bitte ich sie, die Hände, die sie zusammenhalten, auseinander zu nehmen. (09./10.09.1949) „Den Rücken bitte freihalten, die Lehne hat heute Ausgang.“ (04.09.1950) „Die noch einen freibeweglichen Körper haben, die verkrampfen ihn so oft so gerne. Das ist (...) die Macht, die Macht der Gewohnheit: Beine über Kreuz, übereinander geschlagen. Sicher kann er (der Mensch) sich mal lümmeln, (...), aber nicht da dann, wenn er das Gute, das Göttliche empfangen will.“ (05.10.1958)
Im autogenen Training spricht man auch von der so genannten „Droschkenkutscherhaltung“. Er erklärte, dass man sich Arme und Beine wie Stromleiter vorstellen könnte. Im technischen Vergleich führe eine Berührung zweier nicht isolierter Stromleiter zu einem Kurzschluss. Ähnlich sei dies im Körper. Das Überkreuzen der Arme oder Beine führe dort zu einem Energiestau, so dass die feinen Energien nicht richtig durchfließen könnten. Selbst wenn ein Mensch bettlägerig ist, kann er dies befolgen. So ist auch im Liegen die Heilkraft Gottes erlebbar.
Bruno Gröning erklärte zudem, dass eine enge Verbindung zwischen der Aufnahme der göttlichen Kraft und dem göttlichen Schutz bestehen würde. „Nimmt er (der Mensch) die Kraft Gottes in sich auf, bleibt er in der göttlichen Führung, dann hat er den Schutz. Kommt er aber aus dieser Führung heraus, dann hat er ihn nicht, dann ist er ohne Führung.“ (05.10.1958)
Aufgrund dieser Erklärungen wird deutlich, wie elementar wichtig es ist, sich täglich Zeit dafür zu nehmen, um in die Stille zu gehen und die göttliche Kraft in sich aufzunehmen. Ein Sprichwort sagt schon: „In der Ruhe liegt die Kraft!“ „Denn das muss er (der Mensch) zuerst tun: die Unruhe von sich schütteln, die Unruhe erst gar nicht aufnehmen, sondern nur Eines: die Ruhe aufnehmen, sich zur Ruhe bewegen, (...), und dann wird er nicht nur ein gutes, ein wohlwollendes Gefühl erhalten, sondern dann wird er die guten Gedanken, die Gedanken aus der guten, aus der göttlichen Gedankenquelle empfangen.“ (26.12.1958)
Natur, die wahre Medizin
Nicht nur die regelmäßige Aufnahme der göttlichen Kraft, sondern auch die Verwendung von Naturheilkräutern kann den Heilungsprozess positiv beeinflussen. „Ich stehe nach wie vor dafür: Naturheilkräuter! Die Natur gibt dem Menschen alles, durch das, was der Herrgott für uns wachsen lässt. Warum alles künstlich herstellen?“ (11.07.1949) „Alles das, was durch Menschenhand künstlich geschaffen, gibt es auch natürlich, besser und leichter (...).“ (22.09.1950)
Er bemängelte immer wieder, dass der Mensch einen künstlichen Weg eingeschlagen hätte und stellte klar: „Viel getan ist in der Naturheilkunde noch nicht.“ (11.07.1949) Er verwies in diesem Zusammenhang gerne auf Zeiten, in denen die Menschen noch intensiver im Einklang mit der Natur lebten. „Die ersten Menschen (...) nahmen das Kräutlein mal in den Mund oder legten das irgendwo auf (...) und das Auge (z.B.) war gesund, das Gehör war wieder da. (...) Der Herrgott hat uns auf diese Erde gesetzt und hat uns alles mit auf den Weg gegeben, dass wir uns auch heilen können.“ (07.09.1950). In diesem Zusammenhang betonte er häufig: „Zurück zur Natur! Zurück zu unserem Herrgott!“
